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Ein Fahrdienstleister beobachtet mehrere Monitore um schnell auf Änderungen reagieren zu können und die Weichen entsprechend einzustellen.

Erfolgreiches Teamwork: Krisenmanagement in der SPNV-Regiezentrale

Die Coronakrise hat auch die SPNV-Regiezentrale NRW vor besondere Herausforderungen gestellt. Die Gesundheit von Mitarbeitenden und Fahrgästen muss bestmöglich geschützt und das Angebot auf der Schiene täglich neu justiert werden. Oktay Yaldiz, Leiter Disposition bei Abellio Rail NRW, beschreibt, wie die unternehmensübergreifende Steuerung der S-Bahn-, Regionalbahn- und Regionalexpressverkehre in Krisenzeiten funktioniert.

So langsam läuft im NRW-Nahverkehr alles wieder nach Plan. Auch in der SPNV-Regiezentrale NRW in Duisburg herrscht seit Anfang Juni endlich wieder Hochbetrieb. Die Kolleginnen und Kollegen der Bahnen in NRW haben ihre gemeinsamen Arbeitsplätze im „Kreisel“ der Regiezentrale wieder bezogen. Die zurzeit nötigen Abstandsregeln werden durch Trennwände zwischen jedem einzelnen Arbeitsplatz umgesetzt. Spender mit Desinfektionsmitteln erinnern geradezu förmlich an die notwendige Hygiene. Nur wer planmäßig Dienst hat, darf auch in die Räumlichkeiten. Der Schichtwechsel ist zeitgenau organisiert. „In Nordrhein-Westfalen erbringen insgesamt zehn Eisenbahnverkehrsunternehmen Leistungen im Schienenpersonennahverkehr. Da wird die SPNV- Regiezentrale üblicherweise von sehr, sehr vielen Kollegen frequentiert. Deshalb sind wir zum Beginn der Pandemie erst einmal ausgezogen und haben unsere Dienste an unseren Notfallarbeitsplätzen, die sich im Rail Service Center bei Siemens in Dortmund-Eving befinden, verrichtet. Das geschah zum Schutz aller Mitarbeiter und um das Infektionsrisiko einzudämmen. Mit dem zwischenzeitlichen Auszug konnten wir zum ersten Mal unsere vollwertigen Leitstellen-Notfallarbeitsplätze erproben und das hat hervorragend funktioniert“, berichtet Oktay Yaldiz, Leiter der Disposition für Abellio Rail NRW.

Teamwork statt einzelunternehmerische Disposition

Die räumliche Auslagerung über 2,5 Monate war somit eine Bewährungsprobe für die SPNV-Regiezentrale NRW, die üblicherweise in der Betriebszentrale von DB Netz in Duisburg verortet ist. Erst seit anderthalb Jahren arbeiten hier die verschiedenen Betreiber im nordrhein-westfälischen Schienenpersonennahverkehr zusammen, um ein koordiniertes Störfallmanagement sicher zu stellen. Eine solche Zusammenarbeit von Wettbewerbern ist deutschlandweit bislang einmalig. Neben den verkehrlichen Disponenten von Abellio Rail NRW sind Kollegen von DB Regio NRW, Keolis/Eurobahn und National Express vor Ort. Im Störungsfall stimmen sie sich schnell und effizient miteinander ab.

Teamwork statt einzelunternehmerische Disposition heißt die Devise für die SPNV-Regiezentrale NRW. Und Teamwork ist in der Coronakrise mehr denn je gefragt. In der Ausnahmesituation des Lockdowns wurden die üblichen Arbeitsplätze in Duisburg schnell verlagert, um den Betrieb ohne Reibungsverluste zu sichern. Schließlich wurde ein Sonderfahrplan aufgelegt und das Angebot auf der Schiene musste täglich neu justiert werden. „Glücklicherweise kam es während des Sonderfahrplans nur ganz selten zu kurzfristigen Ausfällen, da konnten wir trotz allem gut planen“, meint Oktay Yaldiz im Rückblick. SPNV-Kunden in NRW konnten sich somit auf abgestimmte Ersatzkonzepte und verbindliche Fahrplaninformationen verlassen. Die SPNV-Regiezentrale NRW hat sich im Krisenmanagement etabliert und die Idee einer ganzheitlichen Lösung wird sich weiterhin auszahlen. Die Zusammenarbeit der Bahnen in NRW verbessert die Betriebsqualität insgesamt und stärkt das SPNV-System – weit über die Coronakrise hinaus.

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