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Ein roter Zug fährt neben einem Pfad im Grünen entlang

Dranbleiben: Trotz Corona zur Verkehrswende

In der Coronakrise stellt sich einmal mehr die Frage, wie wir in Zukunft mobil bleiben. Dr.-Ing. Frederic Rudolph, Projektleiter Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik am Wuppertal Institut, erklärt, welche Rolle die Bahnen in NRW jetzt übernehmen können, damit die Verkehrswende trotz Corona weitergeht. Und das sind ziemlich gute Perspektiven für den Lokführerberuf.

Zwölf Wochen nach dem Corona-Lockdown verzeichnen die Bahnen in NRW langsam, aber sicher wieder steigende Fahrgastzahlen. Knapp 40 Prozent der Fahrgäste aus den Zeiten vor Pandemiebeginn sind inzwischen zurück – und die Züge rollen wieder nach Regelfahrplan, soweit die Personalsituation bei den einzelnen Verkehrsunternehmen dies möglich macht. „Die Bahnen sind systemrelevant für die Menschen, die weder Auto fahren können noch wollen“, weiß Dr.-Ing. Frederic Rudolph vom Wuppertal Institut. Denn trotz Corona bleibt die Verkehrswende ein zentrales Zukunftsthema.

Die Verkehrswende ist ein langfristiges Vorhaben

„Die Verkehrswende ist ein langfristiges Vorhaben, das sofort starten muss. Daran hat sich nichts geändert“, betont Rudolph. Schließlich gingen während des Lockdowns nicht nur die Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen zurück. „Man konnte auch erleben, dass sich klimaschädliche Fahrten mit dem Pkw deutlich reduzieren lassen“, betont der Mobilitätsforscher. Und während Automobilhersteller zwischenzeitlich Arbeit reduziert und Werke geschlossen hatten, rollte der öffentliche Verkehr in Krisenzeiten weiter und fährt mittlerweile auch wieder nach dem Regelfahrplan. Die Verkehrsmittel des Umweltverbundes – das Laufen zu Fuß, das Fahrrad und eben auch Bus und Bahn – erfahren eine hohe gesellschaftliche Wertschätzung und sind die Lösung für klimafreundlichen Verkehr.

Mehr Serviceorientierung für die Verkehrswende

In der Umsetzung der Verkehrswende haben die Eisenbahnverkehrsunternehmen jetzt einmal mehr die Chance, die Rolle als Gestalter zu übernehmen. Wichtig, so Rudolph, sei allerdings eine erhöhte Serviceorientierung: „Kundenbetreuung im Zug und am Bahnsteig ist zentraler Bestandteil von Konkurrenzfähigkeit.“ Auch in Sachen Komfort müsse weiter nachgelegt werden. Notwendig seien Investitionen in die Fahrzeuge und in die weitere Infrastruktur. „Viele Pendler erhoffen sich einen Arbeitsweg ohne Auto, allein er muss komfortabel und zügig möglich sein. Wir brauchen öffentlichen Verkehr in und zwischen den Metropolen“, fordert der Wissenschaftler.

Moderne Mobilitätsdienstleistung als Perspektive

Die Voraussetzungen dafür sind gut. „Wir haben hier in Deutschland weiterhin ein engmaschiges Schienennetz bei hoher Bevölkerungsdichte. Davon werden wir profitieren, weil der Klimaschutz zusätzlichen Druck ausübt, die Verkehrsmittel zukunftsfähig gestalten. Die Folge werden moderne Mobilitätsdienstleister, die dem privaten Pkw den Rang ablaufen“, sieht Rudolph Perspektiven für die Verkehrswende, die trotz Corona weitergeht. Für einen erfolgreichen Ausbau seiner Mobilitätsleistungen braucht der öffentliche Verkehr mehr qualifizierte Fachkräfte. Allein die Bahnen in NRW wollen deshalb in den nächsten fünf Jahren 1.700 Lokführer/innen neu einstellen. In diesem Jahr stehen 550 Ausbildungs- und Umschulungsplätze zur Verfügung. Um Pandemie-bedingte Verzögerungen in der Ausbildung so gering wie möglich zu halten, wurden Online-Plattformen für die Bewerbungsverfahren und auch für die theoretischen Ausbildungsinhalte eingerichtet.

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