Bahnen
Ein Flugzeug landet auf Schienen bei Sonnenuntergang.

Vom Flugzeug auf die Schiene: Ehemaliger Pilot Georg startet als Lokführer in NRW

Schon mit zwölf Jahren wusste Georg, dass er Pilot werden will. Jetzt, 25 Jahre später, hat sich für den heute 37-Jährigen durch die Corona-Pandemie vieles geändert – nicht aber seine positive Einstellung. Der ehemalige Pilot gibt seiner beruflichen Zukunft durch eine Umschulung zum Lokführer eine neue Chance. Bei National Express hat er einen Arbeitgeber gefunden, auf den er sich auch in Krisenzeiten verlassen kann.

Per Klick in die Zukunft

Lange galt der Beruf Pilotin oder Pilot als zukunftssicher, doch Corona hat die Luftfahrtbranche hart getroffen. An den sechs Hauptverkehrsflughäfen in NRW blieben 2020 fast drei Viertel aller Fluggäste aus, bis zu 45.000 Arbeitsplätze an Flughäfen und in Fluggesellschaften sind bundesweit akut bedroht. Auch für den damaligen Piloten Georg Frielinghaus lösten sich sichere Zukunftspläne plötzlich in Luft auf.

Nur drei Tage vor seiner regulären Gehaltszahlung erhielt er die Ansage: Das Geld bleibt aus, das Arbeitsverhältnis ist aufgelöst. „Das war ein sehr surrealer Moment“, erinnert sich der zweifache Familienvater. „Man braucht einen Augenblick, um das Ausmaß zu begreifen.“ Aber Zeit zum Abwarten bleibt ihm nicht. Laufende Kosten und die Verantwortung für seine Familie lassen ihn aktiv werden.

Sicherheit in der Bahnerfamilie

Über die Jobkarte auf bahnen.nrw stellt er sich direkt bei mehreren Arbeitgebern vor. Es folgen ein Bewerbungsgespräch per Telefon, ein Eignungstest und keine vier Wochen später das Jobangebot. Nun freut er sich darauf, bei National Express einen Arbeitgeber gefunden zu haben, auf den er sich auch in Krisenzeiten verlassen kann. Denn anders als viele glauben, war das auch schon vor der Corona-Pandemie in seinem Berufsfeld nicht immer so.

Anders als in seinem ehemaligen Beruf sind seine neuen Arbeitszeiten planbar und durch den gemeinsamen Austausch mit Disponenten und Teamkolleg/innen gleichzeitig flexibel. „Für mich bietet diese Umschulung vor allem eine neue Lebensqualität“, betont Georg. „Als Pilot war ich manchmal wochenlang weg und mir ist es wirklich immer sehr schwergefallen, wenn meine Tochter geweint hat, weil ich wieder los musste.“ Mit seinen neuen Arbeitszeiten kann er sie nun wieder entweder zum Kindergarten bringen oder abholen.

Platz für neue Träume

„Wichtig ist bei so einer enormen Entscheidung die innere Einstellung“, meint Georg. „Ich muss mir klar sein: Ich bin nicht mehr Pilot. Ich werde jetzt Lokführer. Nur wenn man sich voll und ganz auf den neuen Weg einlassen kann, funktioniert der Umstieg – sonst wird man unglücklich, hält an alten Träumen fest und macht keinen Platz für neue.“

Rückblickend ist Georg sich sicher, dass die Entscheidung zur Umschulung richtig war. Er glaubt: Hätte er sich damals nicht für den Quereinstieg entschieden, wäre er mit hoher Wahrscheinlichkeit immer noch arbeitslos. „Natürlich verdiene ich nun weniger als zu meinen besten Zeiten als Pilot“, erklärt er. „Aber man muss das pragmatisch sehen und Saisonverträge, Pendelstrecken, eine zweite Wohnung in Straßburg – wo ich am Ende sehr viel Zeit verbringen musste – gegenrechnen. Jetzt habe ich einen zukunftssicheren Job und die Zeit mit meiner Familie ist ein Geschenk. Ich freue mich auf das, was kommt!“

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