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Bahnen
Ein Zug fährt neben einem Taxi-Schild vorbei

„Die beste Entscheidung!“ Lokführer Zafer Kinik im Interview

Stressiger Berufsverkehr, stundenlanges Warten auf den nächsten Auftrag – irgendwann hatte Zafer Kinik genug von seinem Beruf als Taxifahrer. Er wagte einen beruflichen Neuanfang und diese Entscheidung bereut er kein bisschen. Was ihn in der Bahnerfamilie glücklich macht und warum er jedem ehemaligen Taxi-Kollegen zur selben Entscheidung rät, erklärt er im Interview.

Sicherheit und Respekt in der Bahnerfamilie

Noch mal als Taxifahrer unterwegs zu sein, das kann sich Zafer Kinik nicht mehr vorstellen. Sechs bis sieben Tage hat er sich in zehn bis zwölf Stundenschichten nicht nur durch vollgestopfte Straßen, sondern auch gegen Vorurteile von Fahrgästen gekämpft. „Ich wollte die Menschen sicher nach Hause fahren“, erinnert sich Zafer „Aber als Taxifahrer habe ich leider dafür viele herablassende Blicke bekommen. Als wäre ich nur Mittel zum Zweck, der Menschen durch die Gegend chauffiert.“

Besonders an Nachtfahrten und Wochenenden sei ihm eine Frage immer wieder gestellt worden. „Ganz oft wurde ich verwundert mit den Worten angeguckt: ‚Sie sprechen aber gut Deutsch.‘“, so Zafer „Das ist verletzend – schließlich bin ich hier geboren. Aber das wird nicht in Betracht gezogen, weil mein Nachname nicht Müller lautet. An einem Tag habe ich mir einfach gedacht: Darauf hast du keine Lust mehr.“

Darum hat er einen neuen beruflichen Weg gestartet: Online hat er sich über die Umschulung zum Lokführer informiert und sich bei der Regiobahn beworben. „Ich fahre immer noch Leute von A nach B – aber ich bin Teil der Bahnerfamilie und werde wertgeschätzt. Alle Kollegen begegnen mir als Freunde und mit gegenseitigem Respekt. Mich macht es richtig glücklich zu wissen, dass ich so gut aufgehoben bin“, erzählt Zafer.

Als Lokführer wirst du gebraucht!

Auch in der aktuellen Corona-Krise musste er sich keine Sorgen um seine berufliche Zukunft machen. „Mein Gehalt und Job sind sicher“, weiß der Triebfahrzeugführer. „Meine Vorgesetzten kamen direkt auf mich zu und meinten: ‚Mach dir keine Gedanken, wir brauchen dich.‘“ Und das Gefühl, gebraucht zu werden und systemrelevant zu sein, erfüllt Zafer zu Recht mit Stolz: Auch während der Corona-Pandemie war er auf den Schienen in NRW unterwegs. „Solange ich auch nur einen Menschen befördert habe, eine Krankenschwester, einen Pfleger, einen Arzt oder sonst jemanden, helfe ich mit und trage meinen Teil dazu bei – und das hat sich echt gut angefühlt!“

Was ihm an seinem Beruf besonders gefällt? Sein Karriereweg dreht sich nicht in einem cremeweißen Auto im Kreis, sondern fährt Richtung Zukunft: „Als Lokführer habe ich die Möglichkeit aufzusteigen. Als Taxifahrer war das nicht möglich, da bleibt man einfach für den Rest seines Lebens an einem Punkt stehen“, so Zafer. Er möchte bei der Regiobahn Ausbilder werden und wird darin auch von seinem Arbeitgeber bestärkt und unterstützt. Zafer ist sich sicher: „Ich kann nur jedem empfehlen, der über die Umschulung nachdenkt: Geht diesen Weg, ihr werdet es nicht bereuen!“

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