Triebfahrzeugführer*in

Mein Tf-Debüt: So gelingt die erste Fahrt

Das Bild zeigt einen junge Mann vor einem Triebfahrzeug, genauer gesagt vor dem Fenster eines Führerstands.
Veröffentlichungsdatum
16.07.2026

Die Theorie sitzt, die Ausbildung läuft – und dann kommt der große Moment: die erste echte Fahrt mit Fahrgästen, bei der du selbst und nicht dein Ausbildungslokführer den 140 Tonnen schweren Zug in Bewegung bringst. 

Leon, 19 Jahre alt und im zweiten Lehrjahr seiner Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst bei der eurobahn, erinnert sich noch ganz genau an seine erste Fahrt - und muss dabei schmunzeln. Denn die Strecke, mit der für ihn alles begann, war denkbar überschaubar: gerade einmal 15 Minuten von Paderborn nach Altenbeken, ohne einen einzigen Zwischenhalt. 

Eigentlich sollte die erste Fahrt auf der RB 72 länger dauern, doch eine Baumaßnahme sorgte dafür, dass nur dieser kurze Streckenabschnitt befahrbar war. „Das war jetzt leider bei mir ein bisschen traurig“, erzählt er und lacht. Seine Mitschüler*innen durften schon längere Strecken fahren, er musste sich erst einmal mit der kleinen zufriedengeben.

Klein hieß aber nicht einfach. Ausgerechnet auf dieser kurzen Strecke wartete am zweiten Tag die erste große Herausforderung: ein Wechsel ins Gegengleis. Statt wie gewohnt rechts, ging es plötzlich links auf der Strecke weiter. 

Das Bild zeigt einen junge Mann vor einem Triebfahrzeug, genauer gesagt vor dem Fenster eines Führerstands. Er trägt eine Warnweste.

140 Tonnen Triebfahrzeug, ganz viel Verantwortung – und ich mittendrin!

Leon

Auszubildender Eisenbahner im Betriebsdienst bei der eurobahn

Erste Herausforderung: Gleiswechsel 

Der Fahrdienstleiter rief an und kündigte die Abweichung an, ein entsprechendes Signal bestätigte den Abfahrauftrag. Leon musste in Sekundenschnelle die passende Geschwindigkeit ablesen, eine zusätzliche Langsamfahrstelle beachten – dort durfte er statt 80 nur 60 Kilometer pro Stunde fahren –, gleichzeitig die Türen zur Abfahrt schließen und sein Zugsicherungssystem im Blick behalten. 

„Da war schon auch ein bisschen Nervosität da, wo ich mir gedacht habe: Oh, jetzt bin ich gerade erst den zweiten Tag am Fahren und auf einmal so eine Besonderheit“, erinnert er sich. Anstatt in Hektik zu verfallen, hielt er kurz inne, dachte ruhig die gelernten Schritte durch und nach einem kurzen Rückversichern beim Ausbildungslokführer klappte alles reibungslos.

Leons Tipps für die erste Fahrt

  • Ruhig bleiben – weder dir noch den Fahrgästen ist mit Stress geholfen.

  • Immer kurz nachdenken, bevor du eine Entscheidung triffst – gerade bei ungewohnten Situationen wie einem Gleiswechsel.

  • Du bist nie allein – der Ausbildungslokführer ist direkt neben dir. 

  • Trau dich zu fragen – die Rücksprache mit dem Ausbildungslokführer lässt dich schwierige Situationen sicher meistern.

  • Nimm dir die Zeit, die du brauchst. Nicht jede erste Fahrt muss die große, weite Strecke sein – auch 15 Minuten können reichen.

Jede Fahrt birgt neue Besonderheiten

Dass Leon Eisenbahner im Betriebsdienst wird, wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. Aufgewachsen in der Nähe einer Bahnstrecke, beobachtete er schon als kleiner Junge die vorbeifahrenden Züge und wusste irgendwann: Genau das will ich später machen. 

Den entscheidenden Anstoß gab das Schulpraktikum in der zehnten Klasse, das er bei der eurobahn in der Werkstatt absolvierte. Als er dort zum ersten Mal im Führerstand saß, wurde aus dem Kindheitstraum ein konkreter Berufswunsch: „Ich hab mir gedacht: Da sehe ich mich, vorne im Führerstand, mit über hundert Tonnen hinter mir und ganz viel Verantwortung für die Menschen im Zug.“ 

Über die Empfehlung der Werkstattmitarbeitenden, einen Einstellungstest, zwei Vorstellungsgespräche und die gesetzlich vorgeschriebene medizinisch-psychologische Tauglichkeitsuntersuchung führte sein Weg direkt nach der Schule in die Ausbildung.

Seitdem lernt Leon, wie aus Theorie praktische Fahrkompetenz wird und genau das findet er an seiner Ausbildung so spannend: Vorschriften, Bremskurven und Signalkunde sind das eine – sie bei einer echten Fahrt, mit Fahrgästen und unter Zeitdruck anzuwenden, etwas ganz anderes. Ob Gleiswechsel, Langsamfahrstellen oder rutschige Schienen im Herbstregen: Jede Fahrt bringt neue Besonderheiten mit sich. Dieser Mix aus Verantwortung und ständigem Dazulernen macht für ihn den Reiz seines künftigen Berufs aus.

Das Bild zeigt einen jungen Mann mit Brille, im dunkelblauen Polohemd. Er ist im Führerstand eines Triebfahrzeuges.

Neuer Tag, neue Strecke, neue Herausforderung – genau das macht meinen Job so spannend.

Leon

Auszubildender Eisenbahner im Betriebsdienst bei der eurobahn

Das Beste an der Ausbildung? 
Ein Beruf mit Verantwortung 

Neben der fachlichen Seite ist es vor allem die gute Stimmung in der Bahnfamilie, die Leon an seiner Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst schätzt: ein offenes Miteinander auf Augenhöhe, Ausbilder*innen, die auch mal mit den Azubis Eis essen gehen. 

Dazu kommt das Gefühl, schon in jungen Jahren große Verantwortung zu übernehmen – für den Zug, für den Fahrplan und vor allem für die Menschen an Bord: „Wenn die Fahrgäste einsteigen, hat man direkt dieses Gefühl von Verantwortung“, sagt Leon und ist auch mit Blick auf seine berufliche Zukunft zuversichtlich. Die eurobahn garantiert ihren Azubis eine Übernahme nach der Ausbildung – ein Sicherheitsgefühl, das ihm wichtig ist. 

Und selbst Themen wie autonomes Fahren beunruhigen Leon überhaupt nicht: Der Mensch am Hebel bleibt noch lange unverzichtbar, da ist er sich sicher.

Für Leon steht schon bald das dritte und letzte Lehrjahr an. Die nächsten besonderen Momente warten bestimmt schon irgendwo auf der Strecke.

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Titelbild und Porträts: © privat / eurobahn